Mandeloperation

Entfernung der Gaumenmandeln / Tonsillektomie

Bei mehr als vier mit Antibiotika zu behandelnden Mandelinfektionen im Jahr oder bei chronischen Infekten, die als Streuherd fungieren, ist eine operative Entfernung der Gaumenmandeln unabdingbar. Bei Vorschul- und Schulkindern rät man heute nach 5-6 Mandelentzündungen jährlich dazu. Dabei werden die beiden Gaumenmandeln mit Hilfe chirurgischer Instrumente aus ihrem Bett geschält. Die Operation wird unter Vollnarkose stationär durchgeführt. Eine Tonsillektomie ist ein Routineeingriff im HNO-Bereich und insgesamt eine der am meisten durchgeführten Operationen überhaupt. Eine relativ häufige Komplikation sind Nachblutungen, die entweder am Operationstag bzw. einen Tag danach oder nach etwa einer Woche auftreten, wenn sich der Schorf ablöst. Um speziell Nachblutungen zu vermeiden, empfehlen wir in den Tagen nach der Operation kalte Getränke und weiche Nahrung. Körperliche Anstrengung und heißes Baden oder Duschen sind für mindestens zwei Wochen nicht erlaubt.

Teilentfernung der Gaumenmandeln

Tonsillotomie

Neben einer vollständigen Entfernung der Gaumenmandeln gibt es auch die Möglichkeit einer Teilentfernung, einer so genannten Tonsillotomie. Diese Operation wird vor allem bei Kindern zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr durchgeführt, wenn die Mandeln wegen ihrer abnormen Größe zu Atem- und Schluckbeschwerden führen, aber kein chronischer Entzündungsherd sind. Bei einer Tonsillotomie wird ein Teil der Gaumenmandeln ambulant mittels Radiofrequenz abgetragen. Neben dem Vorteil, dass die vor allem für Kinder wichtige Abwehrfunktion der Mandeln erhalten bleibt, zeichnet sich diese Methode auch durch deutlich weniger Schmerzen und Nachblutungen aus.

„Polypen-Operation“

Entfernung der Rachenmandel

„Mein Kind ist immer wieder krank, die Nase läuft und es atmet nur durch den Mund“….diese Symptome weisen auf eine vergrößerte Rachenmandel (umgangssprachlich „Polypen“) hin. Nach ausführlicher Abklärung anderer Ursachen ist manchmal ein operativer Eingriff nötig. Die Operation wird ambulant in unserem ambulanten OP-Zentrum durchgeführt. Nur selten ist ein kurzer stationärer Aufenthalt nötig. Bei dem Eingriff wird die Rachenmandel mit einem speziell entwickelten Instrument, dem so genannten Beckmannschen Ringmesser, unter Vollnarkose abgetragen. Normalerweise entsteht dabei nur eine geringe Blutung, so dass es ausreicht für wenige Minuten einen Gaze-Tupfer auf die Wundfläche zu drücken. Die Operation selbst dauert in der Regel nur 10-20 Minuten. Wird zusätzlich ein Paukenröhrchen eingesetzt, dauert der Eingriff etwas länger. Nach einer gewissen Beobachtungszeit dürfen die Eltern den kleinen Patienten wieder mit nach Hause nehmen. Eltern dürfen ihr Kind in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff nicht allein lassen und sollten auch kontrollieren, ob Nachblutungen auftreten, die umgehend behandelt werden müssen. Um das abheilende Gewebe nicht zu sehr zu reizen und das Risiko von Nachblutungen zu senken, sollten Patienten für etwa ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff auf körperliche Anstrengung, sowie heißes Baden oder Duschen verzichten. Wir beraten Sie gerne.

Coblation

Die unblutige und schmerzarme Mandelentfernung

Einen Tag nach der Operation schmeckt’s schon wieder. „ Das einzig Gute an meinem Krankenhaus-Aufenthalt ist, das ich soviel Eis essen darf, wie ich will.“ Wer erinnert sich nicht an diesen Satz, wenn er eine Mandeloperation noch vor einigen Jahren erlebt hat. Es geht um die Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie). Die Mandeln sind für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich und bilden so einen Teil unseres Immunsystems. Durch immer wiederkehrende Mandelentzündungen werden die Mandeln dauerhaft von Bakterien besiedelt. Wird daraus dann eine chronische Mandelentzündung, kann das zu schweren Folgeerkrankungen führen, wie rheumatisches Fieber oder Nierenentzündung. Auch weniger gefährliche Vergrößerungen, die nur Atem- oder Schluckbeschwerden machen, können sich verschlimmern. Durch Schnarchen kann beim Schlaf-Apnoe-Syndrom ein lebensbedrohlicher Atemstillstand auftreten. Leider entsteht beim Abschneiden von Gewebe eine Wunde, die zwar in zwei bis drei Wochen verheilt, die aber während dieser Zeit erst mal Schmerzen macht. Dazu kommt – besonders bei Kindern – Gewichtsverlust. Neben der mechanischen Methode, dem Ausschälen mit dem Messer, ist die thermische Methode bekannt, wobei Hitze bis zu 400° C entsteht. Bei einer neuen Technologie, der sogenannten „Coblation“ wird weiches Gewebe durch Radiofrequenzenergie und Kochsalzlösung beseitigt. Hierbei werden ohne chirurgische Instrumente, nur mit Hilfe einer Sonde und mit einer durch Radiowellen aktivierten Kochsalzlösung bei einer Temperatur von 40-70°C die Mandeln sanft herausgelöst. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert etwa 15-30 Minuten. Wir führen diese Methode durch. Durch diese für Patienten schonende Operationsmethode wird kein umgebenes Gewebe geschädigt, die Heilung erfolgt schneller und mit weniger Schmerzen. Leider wird das schonende Verfahren noch nicht von allen Krankenkassen voll in seinen Kosten übernommen. Meist müssen die Gebühren für die Sonden von den Patienten selbst getragen werden.